Southern Guild Gallery

Design meets Arts (Part I) – Southern Guild Gallery

Fotos: Karl Rogers

Kapstadt. In direkter Nachbarschaft des Zeitz MOCAA Museums befindet sich die Southern Guild Gallery. Außergewöhnliche Möbelstücke, skulptural anmutende Accessoires, malerische Wandteppiche, individuelle Leuchten und künstlerische Plastiken sind hier geradezu museal im Raum arrangiert. In dieser, von Trevyn und Julian McGowan gegründeten Galerie, werden Artist-Designer vertreten …

Ich möchte mehr über dieses Crossover der eigentlich unterschiedlichen Gattungen erfahren und spreche mit Lezanne van Heerden, der Direktorin der Galerie und Porky Hefer, einem der von ihnen vertretenen Designer, dessen fantasievolle Animal-Furnitures immer wieder für Furore sorgen und in vielen internationalen Sammlungen vertreten sind.

Was macht Design zu Kunst?

Hefer: Wenn über das Design eines Objekts eine Botschaft vermittelt wird, Geschichten erzählt und hiermit Menschen inspiriert werden, kann aus Design Kunst werden. Wenn ich beispielsweise eine Botschaft wie die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit über das Material und/oder die Technik transportiere, arbeite ich innerhalb des Designs mit den Mitteln der Kunst. Die Grenzen sind entsprechend fließend.

Van Heerden: Das Thema der Autorenschaft kann ein Unterscheidungskriterium bilden. Während ein klassischer Designer in der Regel nur den Entwurf gestaltet und die Ausführung durch jemand anderen oder maschinell erfolgt, werden die Entwürfe unserer Designer auch durch sie selbst ausgeführt. Wie in der Kunst ist deshalb der handwerkliche Prozess Teil des Werks.

Inwiefern spielt die Benutzbarkeit der Objekte eine Rolle? Design ist doch eher darauf ausgerichtet eine Funktion zu erfüllen, Kunst hingegen ist frei. Passt das zusammen?

Van Heerden: Wir sprechen mittlerweile von functional art. Unsere Möbel beispielsweise können genutzt, aber auch wie Skulpturen ausgestellt oder gesammelt werden. Der Umgang mit diesen Objekten kann entsprechend über ihre Einordnung in die eine oder die andere Gattung entscheiden.

Die Tatsache, das Design in Privatsammlungen Einzug hält, ist ein noch eher junger Trend. Was macht Design als Sammlungsstück begehrenswert?

Van Heerden: Zunächst einmal muss es in irgendeiner Form etwas Besonderes haben, das die Emotionalität eines Sammlers anspricht. Natürlich spielt auch der Investitionsgedanke eine Rolle. Deshalb ist – wie in der Kunst auch – die Auflage von Bedeutung. In unserem Programm gibt es entsprechend nur One-Off pieces, limitierte Auflagen und Unikate.

Hefer: Ich denke, dass mit Design auch eine Sammlergeneration angesprochen wird, denen die bildende Kunst zu wenig zugänglich ist. Designobjekte darf man anfassen, darf man selbst erkunden. Hierbei erschließt sich sehr viel schneller ein gestalterischer oder auch künstlerischer Gedanke, als beispielsweise bei einem konzeptionell ausgerichteten Kunstwerk.

Wie oder wo entdecken Sie Ihre Designer?

Van Heerden: Wir laden regelmäßig Studenten der verschiedenen Designinstitutionen zu uns ein, um ihnen die Möglichkeiten aufzuzeigen, die es über das klassische Industriedesign hinaus gibt. Hierbei entwickeln sich oft Kontakte zu jungen neuen Talenten. Mit unserer Galerie bieten wir ihnen eine Plattform ihre Arbeiten zu präsentieren. Sozusagen als Sprungbrett. Oft werden sie dann auch Teil unseres Programms.

Ist die Zusammenarbeit mit den Designern vergleichbar mit der in einer Kunstgalerie?

Van Heerden: Ja absolut. Wir gehen ebenso in die Ateliers der Designer, helfen ihnen ihre Konzepte zu realisieren, präsentieren sie auf Messen, vermitteln sie an Museen. Diese enge persönliche Bindung ist uns sehr wichtig. Wir sehen uns nicht einfach als kommerzieller Vermittler. Uns liegt insgesamt die Förderung des afrikanischen Designs sehr am Herzen.

Die Galerie wurde vor zehn Jahren gegründet und ist seit 2011 auf internationalen Designmessen in Basel, Miami, Dubai oder New York vertreten. Würden Sie im Rückblick sagen, dass Sie etwas anstoßen und verändern konnten?

Van Heerden: Ja. Ich denke, dass wir die Wahrnehmung des afrikanischen Designs verändern und mit dazu beitragen konnten, dass sich unsere Designer innerhalb der internationalen Designszene positionieren konnten.

Bild links: Fiona-Blackfish, Credit: Justin Patrick, Bild rechts: Monstera-Deliciosa-Volume-I, Credit: Adriaan Louw

Um diese Aussage zu unterstreichen, braucht es nur einen Blick auf den Run, den Porky Hefers Fiona Blackfish auf der letzten Art Basel Miami auslöste. Kaum eine internationale Berichterstattung, kaum ein Post in den sozialen Netzwerken, wo er nicht zum Lieblingsmotiv wurde, oder?

Über mangelnde Aufmerksamkeit konnten wir uns in der Tat nicht beklagen,“ lautet die von einem zufriedenen Lächeln begleitete Antwort des Künstlers.

Weitere Informationen

… über die Southern Guild Gallery: https://southernguild.co.za

… über Porky Hefer: http://www.animal-farm.co.za